1953 - Das Angebot wächst...

Während das Anfangssortiment von 1952 ausschließlich den Modellen der jungen "Deutschen Bundesbahn" nachempfunden war, hatte man für 1953 bereits ein erstes Modell nach schweizer Vorbild im Angebot: Ein Modell der elektrischen Rangierlok Ee 3/3 (Kat.-Nr. 1330):

E 3/3 der schw. Bahn Das Modell war trotz der geringen Abmessungen mit einer richtig arbeitenden Blindwelle und Kuppelstangen ausgestattet und stellte für die damalige Zeit eine technische Meisterleistung dar. Vorraussetzung war allerdings, dass man den damaligen Verkaufspreis für die Lok von immerhin DM 32,50, umgerechnet ca. €17,--, auch zahlen konnte - denn dies entsprach damals sehr viel Geld, weshalb der Erwerb dieser schönen Lok vielen verwehrt blieb.

Um aber auch für den schmaleren Geldbeutel Eisenbahn bieten zu können - also insbesonders den Kindern zu Weihnachten - stellte Fleischmann eine Eisenbahn in einfacherer Ausführung vor, welche für den billigen Einstieg in dieses Hobby gedacht war.

Im Vergleich zur oberen E-Lok wurde hier die komplette Zugpackung mit Lok, 2 Wagen und Schienenkreis zum sensationellen Preis von DM 12,50 angeboten. Diese einfachere Bahn wurde wohl erst ab 1953 in größeren Stückzahlen tatsächlich verkauft, aber noch als Neuheit 1952 , vermutlich zum Weihnachtsgeschäft, angekündigt. Jedenfalls beweist ein entsprechendes Neuheitenblatt, welches der Autor besitzt, dass bereits für 1952 die Startserie angekündigt wurde.

Stromlinienlok in einfacher AusfuehrungDie Vorderseite dieses wohl seltenen Dokumentes können Sie durch Anklicken des nebenstehenden Bildes betrachten.


Diese Lok und Wagen sind mit einer einfacheren Hakenkupplung ausgestattet gewesen, die so konzipiert war dass auch die "richtige" automatische Kupplung angekuppelt werden konnte.

1400 Noch einmal erwähnt sei der bereits im 1952er Katalog abgebildete Personenwagen 1400 ("Donnerbüchse"), der im Unterschied zur Einfachserie mit Cellonscheiben, Zusatzgewicht, plastisch ausgeführten Achslagerblenden und automatischer Kupplung an die "normalen" Personenwagen angepasst war und in diesem Jahr tatsächlich auch ausgeliefert wurde.

1250
1250
Die abgebildete Stromlinienlok wurde außer als Uhrwerkwerklok (Kat.-Nr. 1250) auch neu in elektrischer Ausführung (Kat.-Nr. 1300) angeboten, dann statt der einfachen Hakenkupplung ebenfalls mit einer automatischen Kupplung, aber nur hinten. Während die Uhrwerkausführung ein Chassis aus Blech hatte, wurde die elektrische Ausführung mit einem einfachen Chassis aus Zinkdruckguss und dem Motor wie aus der BR01 bzw. E44 bekannt ausgeliefert. 1300
1300

Im Unterschied zu den höherpreisigeren anderen Lokmodellen war diese Lok aber ohne Beleuchtung und das Gehäuse statt aus Zinkdruckguss aus einem sehr bruchempfindlichen Kunststoff (Bakelit) hergestellt worden. Laut Beschreibung handelte es sich bei der Lok um eine Nachbildung der Henschel-Lok St 24.18 der DB. Da eindeutig als Kinderspielzeug konzipiert, haben wohl nur wenige dieser Loks die Zeit im unbeschädigten Zustand überdauert und sind deshalb neuwertig auch sehr begehrt.

Die Idee sogenannter "Startserien" war nicht neu, auch die anderen Modellbahnhersteller hatten immer solche Angebote, um damit die Hemmschwelle zum Kauf einer Eisenbahn möglichst niedrig zu setzen. Fleischmann selbst aber stellte mit diesem Anfang den Grundstein für eine sehr erfolgreiche und weit verbreitete Serie, die ein sehr großes Sortiment in den folgenden Jahren erreichen sollte.

Dabei wurde speziell ein gedeckter Tonnendachwagen in den Folgejahren in einer Vielzahl unterschiedlicher Farbvarianten angeboten.
Im Unterschied zu den hochwertigeren und teureren Wagenmodellen der 14xx Serie war die Startserie unter den Nummern 12xx im Katalog gelistet. Außer der einfacheren Ausführung mit Hakenkupplung wurden die Blechwagen der Startserie auch mit der automatischen Kupplung geliefert - dies wurde mit einem vorangestellten "A" vor die Katalognummer dokumentiert.

Im Jahr 1953 ausgeliefert wurde der Personenwagen (Kat.-Nr. 1200), ein offener Güterwagen (Kat.-Nr. 1205), der Tonnendachwagen braun (Kat.-Nr. 1210) und derselbe als Bierwagen weiß "Reichelbräu" (Kat.-Nr. 1211) bzw. Kühlwagen (Kat-Nr. 1212).

Zusätzlich zu diesen Neuheiten wurde das Sortiment auch mit weiterem Schienenmaterial und anderem Zubehörmaterial wie z.B. Schalter erweitert.

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Letzte Aktualisierung am: 12.12.2011 - (C) Sammlertreff