Der Weg zur Fleischmann Modellbahn HO

Was wäre der Sammlertreff, wenn nicht auch die Chronik der Fleischmann Modellbahn aus den Anfangsjahren der Spurweite H0 hier beschrieben wäre?

Auf den nächsten Seiten finden Sie daher den Werdegang der Fleischmann Bahn Spur H0 aus den Anfängen von 1952 bis etwa 1962 näher beschrieben. Diese Chronik stellt nur einen kleinen Ausschnitt aus der Firmengeschichte der Firma Fleischmann dar und erhebt auch keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Massgeblich für die hier aufgeführte Chronolgie der Modelle ist die Information aus den Katalogen dieser Jahre. Der Sammlertreff bittet um entsprechende Berücksichtigung!

Die Wurzeln bei der Spur 0

Im Jahre 1938 bekam die Firma Fleischmann durch die Übernahme der Firma Doll&Co. aus Nürnberg Berührung mit dem Thema Spielzeugeisenbahn. Doll&Co. hatte zu diesem Zeitpunkt bereits eine Spielzeugeisenbahn in der Spurweite 0 auf dem Markt, die aber nur eine 2-achsige Schlepptender-Dampflok und einige 2-achsige Wagen anbot. (Quelle: Fleischmann Chronik "100 Jahre Fleischmann" aus dem Jahre 1987).
Die geplante Umwandlung dieser Bahn in eine "echte" Spur 0 Modelleisenbahn, mit maßstabsmäßigen Loks und Wagen, mußte dann von Fleischmann aber kriegsbedingt aufgegeben werden.

Als dann Fleischmann 1949 eine neu konzipierte Spur 0 Eisenbahn vorstellte hatte man aufgrund der Situation nach dem Kriege (geringe Einkommen, beengte Wohnsituation in breiten Bevölkerungskreisen) wieder "nur" eine Spielzeugeisenbahn im Programm, aber eben schon als 2-Leiter Gleichstromsystem. Das war damals durchaus nicht selbstverständlich, da die Konkurrenz auf 3-Leiter Wechselstrom mit eben vorbildwidrigen Mittelleiter setzte. Der wesentliche Vorteil des Gleichstromsystems war nat&uUuml;rlich die vorhersehbare Fahrtrichtung des Zuges je nach Stellung des Fahrreglers am Trafo.

Diese Spur 0 Bahn kann als Vorläufer der späteren Modellbahn H0 gelten:
Lokomotiven und Wagen waren den Vorbildern der (noch) Deutschen Reichsbahn nachempfunden. Das Schienensystem war vorbildorientiert als 2-Schienengleis ( Hohlprofilschienen auf Pappschwellen) konstruiert worden. Alles in allem konnte man mit den Schienen, Weichen, Kreuzungen, Entkupplunggleisen und Prellbock eine komplette Eisenbahnanlage aufbauen. Die Stromabnahme erfolgte über die Räder, ein eigener Trafo gehörte ebenfalls zum Lieferumfang dazu.

Allerdings war diese Systembahn mit stark verkürztem Lägenmassstab und mit einem sehr engen Kurvenradius konzipiert worden und damit für den am Vorbild orientierten Modellbahner nicht so interess;ant. Diese Eisenbahn war zwar ein tolles und technisch ausgereiftes, hochwertiges (Kinder-)Spielzeug, aber keinesfalls als Modelleisenbahn anzusehen.

1952: Die "echte" Modellbahn H0 ist da

Zur Nürnberger Spielwarenmesse 1952 wird als Sensation endlich die erste Modellbahn in Spur H0 als 2-Leiter Gleichstromsystem vorgestellt. Dies war damals durchaus sensationell: Annähernd massstäblich den Vorbildern der damaligen jungen Bundesbahn nachgebildet war diese Systembahn nun auch für Modellbahner interessant. Ein eigener Katalog zeigte dann auch die ersten Modelle, die für dieses neue System auf den Markt gekommen sind.

HO Katalog von 1952
Deckblatt des ersten HO-Kataloges von 1952

Verschiedene Komponenten wurden aus der Spur 0 Eisenbahn entnommen und an den neuen Massstab angepasst, wie z.B. der rechteckige Motor, die Kupplung und die Hohlprofilschienen auf Pappschwellen sowie die Weichenantriebe. Auch die Räder der Wagen waren wie bei der Spur 0 Bahn zunächst nur zapfengelagert.

Der Erfolg dieser Modellbahn führte sehr schnell zu einem regelrechten Boom, auch die Zubehörindustrie profitierte davon. Der eindeutige Verlierer war aber die Spur 0 Bahn. Es gab kaum noch Interesse dafür, so dass bereits 1959 diese Bahn von Fleischmann aus dem Programm genommen wurde. Fortan konzentrierte man sich nur noch auf die H0 Modelleisenbahn.

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Letzte Aktualisierung am: 12.12.2011 - (C) Sammlertreff